Schlagwort-Archiv: Afrika

Äthiopien; 2010-2011; Steyler Missionsschwestern

Annette Walz – Äthiopien

Die letzten Wochen hier in Äthiopien durfte ich das Leben mit einer kleinen Schwesterngemeinschaft der Steyler Missionarinnen in der Oromo-Region im Hochgebirge teilen. Dort, sehr abgeschieden in einem Tal ohne Telefon-/Internetverbindung oder Elektrizität wird eine kleine dörfliche Krankenstation von den Schwestern geführt. Nur über einen gewagten Abstieg ist Waragu mit dem Jeep erreichbar, die Situation der lehmigen Straße in der Regenzeit kann ich mir nur schwer vorstellen. Die meisten Menschen leben von dem Kaffeeanbau. Im nächstgrößeren Dorf ist einmal in der Woche Markt, wo Kaffee, aber auch Avocados, Mais, Teff, Orangen und Zuckerrohr angeboten werden.

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Togo und Bénin; 2010-2011; Steyler Missionsschwestern

Christina Blätterbinder – Benin

An der Omnipräsenz der HIV/Aids-Thematik kommt man hier in Afrika nicht vorbei. Ein junges Mädchen, das diesen Virus schon seit der Geburt in sich trägt, war eine Zeitlang Dauergast bei den Schwestern. Ihr Schicksal hat mich persönlich sehr berührt, weshalb ich kurz aus ihrem Leben berichten möchte. Seit dem Tod ihrer Eltern wohnt sie bei entfernten Verwandten. Dort hat sie es scheinbar nicht mehr ausgehalten. Immerzu wurde ihr gesagt: Greif das nicht an, mach das nicht, du hast Aids! Trotz aller Informationskampagnen, trotz der Sensibilisierungsmaßnahmen in der Öffentlichkeit sind Unwissenheit und diffuse Ängste bezüglich dieser Krankheit immer noch riesengroß. Weiterlesen

Chezi/Malawi; 2009-2010; Franziskanerinnen Salzkotten

Franziska Hermann – Malawi

Religion ist hier im Alltag verankert. Es passiert oft, dass im Bus gebetet, gepredigt oder gesungen wird. Beispielsweise haben mich die Kinder in der Schule drauf hingewiesen, dass ich nicht nur “ tionana mmawa”- wir sehen uns morgen sagen kann, sondern noch “Mulungu akalola”- wenn Gott es erlaubt, anhängen muss. (November 2009) Weiterlesen

Yabello/Äthiopien und Endulen/Tansania; 2008-2009; Spiritaner

Florian Schneider – Äthiopien

Ich werde von meinen eigenen Namensgenossen ganz schön ausgesaugt. Was vielen jetzt vielleicht einen Schrecken einjagt, ist für mich eigentlich überhaupt nicht schlimm, ganz im Gegenteil bin ich stolz darauf. Denn ich habe die Flöhe dadurch bekommen, dass ich den Menschen hier einfach sehr nahe bin. Das ist auch nicht so schwer, denn, wenn man mit jemanden redet oder einfach nur Schiri-Schiri (Amharisch für die Zeit mit einem guten Freund bei einem gemächlichen Spaziergang zu verbringen) geht, hat man immer sehr engen Körperkontakt. Sprich: man fasst sich an die Schultern, verharrt in einer Umarmung oder geht Händchen haltend durch die Stadt. Was sich ganz nach Maedels-Zeug anhoert ist reine Männersache. Ja, für gestandene Mannsbilder ist es ein Zeichen von tiefer Freundschaft und Verbundenheit mit seinem Freund immer Körperkontakt zu haben und der Stolz eines Männerpaares erfüllt dabei die ganze Strasse. Für mich war das in den ersten Wochen eine ziemliche Umstellung, dass Männer öffentlich so viel Gefühl zeigen und dabei die Frauen leicht in den Schatten stellen. (Januar 2006)

Melanie-Brenner

Melanie Brenner – Tansania

Vormittags gehe ich zuerst in den Kindergarten. Im Kindergarten korrigiere und kopiere ich hauptsächlich Aufgaben. Da es keine Schulbücher und keinen Kopierer gibt, müssen die Aufgaben von Hand kopiert werden. Um z.B. 30 Mal die Mathearbeit abzuschreiben, braucht es dann schon einige Zeit und die Lehrerin ist froh, dass ich sie entlaste. Nach ca. 2 Stunden, gehe ich in die Schule. Die Schule macht mir großen Spaß. Im Moment unterrichte ich Englisch in Standard 2 und Standard 4 (d.h. Klasse 2 und 4) und manchmal Mathe in Standard 4. Vielleicht kommt bald noch die 3. Klasse in Englisch dazu. Das alles ist ziemlich witzig aber auch kompliziert und manchmal frustrierend und braucht vor allem sehr, sehr viel Geduld. Da sitzen nun also die 10 bis 16 jährigen Jungs und Mädels und stellen sich an wie Erstklässler. Das sie ja tatsächlich „nur“ Zweitklässler sind und dass es deshalb auch ziemlich normal ist, wenn sie z.B. Fehler beim Abschreiben machen, muss ich mir immer wieder vor Augen führen. (November 2003)

anja_poetting

Anja Pötting – Kenia

Ich war in den letzten zwei Wochen ziemlich krank, aber keine Angst, mich hat weder eine Schlange gebissen noch habe ich Malaria oder Typhus, nein, es war doch tatsächlich eine ziemlich heftige Erkältung. Es ist also tatsächlich möglich, sich nahe des Äquators zu erkälten, und ich laufe hier ungelogen gerade im warmen Vliespulli herum. Gut, dass ich gute Freunde habe, bei denen ich jederzeit warme Pullis “stehlen” kann, denn so wirklich war ich auf dieses Wetter dann doch nicht gefasst. Juni und Juli sind hier ziemlich kalt (na ja, so um die 20 Grad) und letzte Woche hatte ich eine Premiere: tatatata – mein erstes kenianisches Taschentuch ist in meinem Besitz, für sagenhafte 20 Schilling. (Allerdings sind die Dinger ziemlich billig und nicht halb so gut wie deutsche Taschentücher, da kann man besser Toilettenpapier benutzen…) Ich bin momentan nicht die einzige mit laufender Nase, es hat fast alle Kindergartenkinder erwischt. Mein Problem ist die rote Nase, denn afrikanische Nasen werden nicht so richtig rot – ein Grund mehr mich anzustarren. (Juli 2003)