Äthiopien; 2010-2011; Steyler Missionsschwestern

Annette Walz – Äthiopien

Die letzten Wochen hier in Äthiopien durfte ich das Leben mit einer kleinen Schwesterngemeinschaft der Steyler Missionarinnen in der Oromo-Region im Hochgebirge teilen. Dort, sehr abgeschieden in einem Tal ohne Telefon-/Internetverbindung oder Elektrizität wird eine kleine dörfliche Krankenstation von den Schwestern geführt. Nur über einen gewagten Abstieg ist Waragu mit dem Jeep erreichbar, die Situation der lehmigen Straße in der Regenzeit kann ich mir nur schwer vorstellen. Die meisten Menschen leben von dem Kaffeeanbau. Im nächstgrößeren Dorf ist einmal in der Woche Markt, wo Kaffee, aber auch Avocados, Mais, Teff, Orangen und Zuckerrohr angeboten werden.

Ich konnte die kleinen Schulen besuchen in denen fleißig amharisch, englisch und rechnen geübt wird. Auch bei den Impf-programmen für Neugeborene, Schwangere und Kinder in den umliegenden, zu Fuß erreichbaren Dörfern war ich dabei. Unser Apotheker fand auch noch Zeit, mich in die vielen verschiedenen Formen der äthiopischen Begrüßungen und auch weiter in die amharische Sprache und Schrift einzuführen. Sowohl junge wie alte Patienten nehmen oftmals lange und beschwerliche Fußmärsche aus abgelegenen Regionen auf sich. Schwerkranke werden von Familienangehörigen oder Nachbarn in ihren Holzbetten gebracht, um in der kleinen Klinik der Holy Spirit Missionary Sisters behandelt zu werden. [...] Und so schließen sich leider schon meine Erfahrungen hier in Äthiopien. Aber die reiche Kultur, die vielen Formen von Höflichkeit und echter Gastfreundschaft und die Einflüsse des orthodoxen Christentums haben mich stark beeindruckt. Gerne würde ich wiederkommen um mehr amharisch zu lernen und auch die Äthiopier wiederzusehen, die mir lieb geworden sind. So hoffe ich eines Tages wieder hier sein zu können und dieses wunderbare, vielfältige Land und seine Menschen noch besser kennenlernen zu können! (Dezember 2011)