Gobernador Roca/Argentinien; 2010-2011; Steyler Missionsschwestern

Christian Eilermann – Argentinien

Die Schule liegt in einem indígena-Dorf namens “Guaporaity”. In diesem Dorf leben etwa 15 Familien und insgesamt 65 Personen, davon knapp 25 Kinder im Schulalter. Einige von ihnen haben noch keine Schule besucht, da die nächstgelegene Schule einige Kilometer entfernt ist. Jaden Tag fahren wir erst etwa eine halbe Stunde mit dem Bus und müssen dann noch eine weitere halbe Stunde zur Schule gehen. Die Kinder kommen uns meist auch schon ein ganzes Stückchen entgegen, dann werden wir mit Umarmungen begrüßt, uns wird unser Gepäck abgenommen und an den Händen der Kinder werden wir ins Dorf geführt. Einfach süß!

Unser Schulgebäude ist übrigens ein Holzschuppen (natürlich nur ein Raum) der Größe von etwa 20m². In den ersten zwei Wochen hat uns auch noch das halbe Dach gefehlt, das ist inzwischen aber geregelt. Und sogar Licht (direkt in der Schule) und Wasser (einige Meter daneben) haben wir inzwischen. Einen festen Boden haben wir allerdings nicht, deshalb stehen die Tische und Bänke, die wir uns aus einer anderen Schule geliehen haben, einfach auf dem nackten Boden. Bisher haben wir zwischen 20 und 25 Schülerinnen und Schüler. Veronika kümmert sich um die etwa 10 Kindergartenkinder und ich mich um die restlichen Schüler der ersten bis fünften Klasse. Unser Ziel ist es, dass auch die Mütter (viele haben aufgrund ihrer Schwangerschaft ihr Studium an der Grundschule abgebrochen oder nie eins aufnehmen können) am Unterricht teilnehmen. Momentan traut sich leider nur eine von ihnen, regelmäßig zum Unterricht zu kommen. Während sie schreibt und liest, schläft ihr Baby seelenruhig in ihrem Schoß. Ein herrliches Bild. (Juni 2011)