Matthias Guggenberger – Indien

… Zunächst war ich an der Kokosnussernte beteiligt und sammelte ca. 450 Nuesse ein und brachte sie zur Küche, wo sie gesammelt wurden. Beim Aufräumen des Küchenvorraumes (auch ein größeres Projekt) kam mir die Idee, dass man doch über dem Lagerraum für die Gasflaschen ein Lager für die Kokosnüsse bauen könnte. Dieser Vorschlag wurde prompt verwirklicht und so schaffte ich bald darauf die Materialien für die Konstruktion einer kleinen Mauer heran und half auch beim Mauern. Weiterhin öffnete ich in diesen Tagen ca. 350 “alte“ Kokosnuesse aus dem letzten Jahr, die für Kochzwecke nicht mehr frisch genug waren, mit einem Buschmesser – so einer kleinen Machete.

Das „Fleisch“ dieser Kokosnüsse brach ich dann in kleine Stückchen und war dafür verantwortlich diese jeden Morgen in der Sonnen auszubreiten und abends wieder einzusammeln. Durch die Sonne wird dem Kokosfleisch Wasser entzogen und das Kokosöl konzentriert sich stärker. Am Ende des Trocknungsprozesses wurden die “Kopra“- Stueckchen (ganze 39 kg) gepresst und es entstanden 25 Liter bestes Kokosöl, welches hier in Kerala (neben seinen vielen anderen Verwendungsmoeglichkeiten) zum Kochen verwendet wird. In den beiden grossen Schlafsälen der Inmates waren schon seit einiger Zeit Wanzen. Da sich diese niedlichen kleinen Insekten nicht nur stark vermehrt hatten, sondern inzwischen auch sämtliche Holzspalten in den Betten bevölkerten und den Inmates durch ihre nicht ungefährlichen Bisse nicht nur den Schlaf raubten, sondern auch Schmerzen bereiteten, stand eine grosse Putzaktion an. Leider wirkte das Gift gegen die Tierchen nicht und so mussten wir alle Betten (da 35 Bewohner auch 35 Stueck) nach draussen tragen, sie in einem Wasserbecken komplett in Wasser tauchen und waschen und natürlich auch die gesamten Schlafräume ausräumen und gründlich reinigen. Als körperlich Uneingeschränkter kam mir bei all diesen Tätigkeiten natürlich nicht nur eine arbeiterische Führungs- und Vorbildrolle zu, sondern auch die motivatorische Arbeit war nicht zu unterschätzen. Wir haben alle zusammen hart und schnell gearbeitet und durchaus auch Spass gehabt … (Juli 2007)