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Judith Herbers – Ecuador

Seit 2 Wochen habe ich auch eine neue Tochter in meinem Hogar, deren Mutter wegen Drogenhandel im Gefängnis sitzt. So hatte ich dann auch Gelegenheit einmal das Gefängnis von Riobamba von innen zu sehen. Ich muss sagen, es hat mich schwer beeindruckt. Ich mein, es sah gar nicht so schlimm da drinnen aus. Klar, die Zellen waren mit 2*2*2m (Länge, Breite, Höhe) nicht sehr groß für 2 Leute und schön waren sie auch nicht.

Ich würde nicht gerne da wohnen müssen (!!!!), aber mir schienen die Leute da drinnen dennoch relativ glücklich zu sein oder jedenfalls haben sie viel gelacht, und hatten eine Gemeinschaft. Einige hatten ihre Zellen schon mit allem ausgestattet (Fernseher, Radio, Bilder, Kuscheltiere?) und eine hat mir dann erzählt, dass sie seit 4 Jahren in dieser Zelle lebt?Wie lange Anitas Mutter drin bleiben muss ist aber noch nicht klar. Anders als in Deutschland gibt’s dort keine Grundversorgung mit Essen, Seife,also müssen sich die Insassen, wenn sie keinen Goldesel daheim sitzen haben irgendwie Geld verdienen oder ihre Familien ihnen täglich 3 Mal das Essen bringen vermutlich haben es die Häftlinge dort um einiges schwerer als in Deutschland. (Dezember 2000)